
Mit diesem für mich doch etwas längeren Beitrag melde ich mich zurück in der Welt des Sports. Es wird einiges anders laufen, denn von der Idee des Triathlon nehme ich zunehmend Abstand. Momentan ist mir unklar, wo ich sportlich eigentlich hin möchte. Wahrscheinlich war ich einfach beflügelt von der Euphorie der anderen und dachte, dass ich diese durch den Triathlon ebenfalls spüren könnte. Ich sprang auf den Zug der Modesportart auf, bin mit dem Strom geschwommen.
Es ist nicht so, dass ich den Triathlon verschmähe, weil er in Mode kommt. Vielmehr bin ich auf mich selbst reingefallen. Ich bleibe zunächst bei dem, was mir Spaß macht und deshalb steht im nächsten Jahr die Anschaffung ein Mountainbike an.
Ich habe Blut geleckt!
…und zwar am letzten Sonntag. Ein reiner Spaßtag. Zusammen mit ein paar Mitarbeitern von Fahrrad XXL in Halle und noch zwei weiteren Verrückten, wagten wir mit unseren Mountainbikes den Aufstieg von Schierke auf den Brocken im Harz. Also ich habe ja gar kein MTB aber ich hatte Glück, dass Dank Fahrrad XXL die Benutzung eines Testrads möglich war, mit dem ich die Herausforderung annehmen konnte – ein Merida Teamfahrrad. Spikereifen Marke Eigenbau (Schrauben von innen durch die Stollen geschraubt) wurden extra für mich angefertigt und aufgezogen. Der Grip auf dem dem fest getrampelten Schnee war einfach genial, fast genauso wie auf trockenem Asphalt.
Vorbereitung
7 Uhr klingelte der Wecker. In wahrer Vorfreude sprang ich aus dem Bett, machte mir einen Kaffee, packte meine Sachen und zog mich an. 3 Schichten an den Beinen und 4 am Oberkörper. Sehr wirkungsvoll, denn auf dem Weg nach oben hätte ich mich gar am liebsten einiger Kleidungsstücke entledigt.
Bei den Füßen setzte ich auf mein bewährtes Prinzip. Zuerst schmierte ich diese ordentlich mit Vaseline ein und zog Neoprensocken an. Darauf folgten sehr warme Armeesocken und all das schob ich mit Mühe und Not in meine Sidis rein. DIESE sind mit saunagleichen Filzsohlen getunt, die durch ihre mit Alu bestückten Unterseite die Kältebrücke zwischen Cleats und Fuß unterbrechen sollen. Nichts desto trotz gibt es bei mir immer noch eine extra Schicht Alufolie aus der Küche darunter.
8:30 Uhr war Treffpunkt am Fahrradladen. Von da aus ging es erst Richtung Drei Annen Hohne. Auf dem dortigen Parkplatz angekommen verschafften wir uns einen ersten Überblick über den geplanten Weg, welcher zwar zunächst augenscheinlich passierbar schien, wir aber dennoch an der Kontinuität der Wegqualität bis zum Gipfel zweifelten.
Wir entschieden und also lieber nach Schierke zu fahren und von dort den beschwerlichen aber wundervollen Weg nach oben zu wagen. Es sollte sich in jedem Fall nicht als falsche Entscheidung herausstellen.
Auf dem dortigen Parkplatz drehte ich die ersten Proberunden, bis die anderen mit dem Umziehen fertig waren, um die Wirksamkeit der Bereifung zu testen und mich nach 5 Jahren mal wieder an ein Mountainbike zu gewöhnen.
Zum Bestieg
Wir kurbelten los und waren von Anfang bis Ende überglücklich über den fantastischen Zustand des Weges. Zwischendurch haben wir immer mal kleine Pausen eingelegt, damit wir uns wieder sammeln konnten. Gerade am Berg sollte ja jeder sein Tempo fahren. Wir nutzten die Zeit, um uns gegenseitig stolz und glücklich zu fotografieren und natürlich auch die fantastische Winterlandschaft einzufangen. Mein Puls konnte so dann auch von den standardmäßig 190 Schlägen und mehr pro Minute auch mal wieder auf entspannte 140 runter kommen.
Grundsätzlich war die Steigung bis zum Brocken angenehm zu fahren – anstrengend aber angenehm. Das Wetter sollte heute unser Freund sein – kein Schnee, kein Sturm. Erst kurz vor dem Gipfel wurde es dann etwas ungemütlich und der kalte Wind schlug uns in unsere Gesichter. Aber zäh wie kalte Hunde, trotzten wir sämtlichen Widrigkeiten, die uns dieser Berg im oberen Bereich zu bieten hatte. Es war nahezu unmöglich uns in irgend einer Weise zu orientieren, so gering war die Sichtweite. Beinahe blind konnten wir die ganze Zeit nur hoffen, dass wir endlich den Gipfel erreichen.
Die Gipfelstürmer gönnen sich eine Pause
Oben angekommen verkrochen wir uns ins Warme und trockneten unsere Sachen. Ein belohnendes Gerstensaftgetränk und warme Speisen für einige sollten der Mühe Lohn sein. Fast schon zu entspannt richteten wir uns auf und die Abfahrt konnte in Angriff genommen werden. Nicht jedoch ohne Foto vor den Brockenstein!
Und dann zur Abfahrt!
Holla die Waldfee, hat das Spaß gemacht! Immer am Limit sprinteten wir uns von Kurve zu Kurve! Natürlich mit der größtmöglichen Vorsicht gegenüber den Wegteilenden.
Bis zum Toilettenhäuschen kamen wir alle ohne Probleme durch. Dort, hatten wir uns ausgemacht, war ein fester geplanter Sammelpunkt, um die Gruppe nicht allzu sehr auseinander zu reißen. Wir genossen den Moment Ruhe und konnten uns die ganze Zeit nur angrinsen! Dann kam auch Peter ran und wir konnten das letzte Stück bis zum Parkplatz hinunter schießen!
Nach 52min Abfahrt kamen wir an – allerdings kam uns das ganze eher wie 10min vor. So ist aber leider nun einmal, wenn es Spaß macht vergeht die Zeit wie im Fluge. Einfach herrlich!
Und jetzt wünsche ich viel Spaß bei den Fotos. Seid bitte etwas nachsichtig. Die Fotos sind während der Fahrt und zum Teil blind, ohne durch den Sucher zu schauen, entstanden. Auf Abfahrtsfotos müsst Ihr daher mal verzichten. Das war mir dann doch zu heikel.
From Brockentour Dezember 2010, posted by Michael Sitte on 12/26/2010 (35 items)
Generated by Facebook Photo Fetcher